Bündnis Sozialticket NRW
Für ein Sozialticket was sein Namen verdient

Aktuelles


Mit dem 9-Euro-Ticket zur sozialen Gerechtigkeit!?
Klaus Kubernus-Perscheid am 15.06.2022 um 07:47 (UTC)
 Mit dem 9-Euro-Ticket zur sozialen Gerechtigkeit!?

Freiwillige Umfrage vom Bündnis Sozialticket NRW an Sozialticket-Berechtigte und Betroffene

Für die ökologische Verkehrswende ist die 9-Euro-Ticket-Aktion eine spannende Geschichte. Denn etliche Bus- und Bahnskeptiker*innen werden den Nahverkehr einfach mal ausprobieren und ihr Auto stehen lassen.

Neben der klimapolitischen hat das 9-Euro-Ticket aber auch eine enorme soziale Dimension: Gerade für Bürger*innen mit geringem Verdienst, die einen vergleichsweise höheren Anteil ihres Einkommens für Mobilität ausgeben als Wohlhabende, ist es enorm attraktiv.

Insbesondere Sozialticket-Berechtigte haben nun endlich eine Chance, während der Sommermonate Freunde und Verwandte zu besuchen, die nicht in ihrem Kreis- oder Stadtgebiet wohnen. Bisher für sie unerreichbare Ziele rücken mit dem 9-Euro-Ticket näher.

Das im größten Verkehrsverbund VRR vertriebene Sozialticket hatte seit seiner Einführung 2011 niemals eine große Zustimmung finden können. Dafür war der Preis von derzeit 39,80 € einfach zu hoch und die stadt- bzw. kreisweite Begrenzung viel zu eng. Zuletzt lagen daher die Nutzerquoten zwischen 10 und 12 In ländlichen Kreisen lagen sie aufgrund der miserablen ÖPNV-Versorgung sogar weit unter 5Um die Quote zu erhöhen, hätte sich, marktwirtschaftlich gesprochen, das Angebot stark verbessern müssen. Aber das haben die großen Verkehrsverbünde und die politisch Verantwortlichgen zu Verhindern gewusst.

Jetzt kommt das 9-Euro-Ticket und niemand weiß genau, wie sich das Mobilitätsverhalten ändern wird. Ob es eine wissenschaftliche Begleitung des Projektes gibt, die auch die sozialen Aspekte berücksichtigt, ist uns nicht bekannt.

Für uns ist die Frage, wie Menschen mit geringem Einkommen dieses neue Angebot einschätzen, besonders wichtig. In NRW gibt es mehr als 1,6 Mio. Menschen, die in Bedarfsgemeinschaften leben müssen. Knapp 300.000 Menschen leben von Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung. Mehr als 80.000 Menschen bekommen Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz.

Wird das 9-Euro-Ticket als eine Chance gesehen und angenommen? Welche Fahrten konnten unternommen werden, die normalerweise nicht gehen? Welche Barrieren gibt es trotz des relativ niedrigen Preises? Wie könnte ein solches Ticket nachhaltig über den September hinaus entwickelt werden? Wie müssen die Rahmenbedingungen wie z. B. Preis, Reichweite, Mitnahmeregelung in Zukunft gestaltet werden?

Diese Fragen möchten wir an diejenigen richten, die einerseits zu den Sozialticket-Berechtigten gehören, aber auch an diejenigen, die regelmäßig mit sozialbenachteiligten Menschen zu tun haben.

Diese freiwillige Umfrage soll keine wissenschaftliche Studie ersetzen, sondern sie soll uns und der Öffentlichkeit Einsichten ermöglichen, die wir bislang nicht berücksichtigt haben.

Die Antworten werden von uns selbstverständlich mit dem entsprechenden Datenschutz behandelt.

Antworten bitte an: klaus.kubernus@t-online.de
 

Armut und Corona
Kokreis am 21.01.2022 um 17:12 (UTC)
 
Bündnis Sozialticket NRW fordert mindestens 100 € mehr
Die derzeitige Corona-Krise hat mittlerweile zu einem nahezu vollständigen Stillstand des gesellschaftlichen Lebens geführt. Mit diesem Stillstand werden erhebliche wirtschaftliche und soziale Folgen einhergehen und dazu führen, dass in naher Zukunft immer mehr Menschen auf Sozialleistungen angewiesen sein werden. Oft sind es Menschen, die eh schon zu den einkommensschwachen Haushalten wie Selbständige, Künstler*innen, Geringverdienende, Minijobber*innen gehören. Denen fehlt es oftmals an entsprechenden Rücklagen, um die ausfallenden Einkünfte eine Weile lang auszugleichen.
Während die Politik in der Corona-Krise milliardenschwere Hilfspakete für große Unternehmen auf den Weg bringt, ist kaum Hilfe in Sicht für Millionen Menschen, die besonders wenig Geld zum Leben haben.
Das Bündnis Sozialticket NRW fordert daher vom Corona-Kabinett der Bundesregierung umfassende sozialpolitische Maßnahmen, die die Schere zwischen arm und reich nicht noch weiter öffnet. Damit unterstützt das Bündnis das Forderungspaket des Erwerbslosen- und Sozialhilfevereins Tacheles aus Wuppertal (siehe Hintergrundinformationen).
Als erste und leicht umsetzbare Maßnahme fordert das Bündnis, dass während der laufenden Corona-Krise die SGB II-, SGB XII-, AsylbLG – Regelbedarfe um einen Corona-Zuschlag von mindestens 100 € pro Monat erhöht werden. „Damit könnten z.B. anfallende Mehrkosten für gesundes, vitaminreiches und ausgewogenes Essen abgefedert werden“ meint Klaus Kubernus-Perscheid vom Koordinierungskreis. „Dies ist die erste Voraussetzung für die Stärkung des Immunsystems und Schutz vor Krankheiten.“
Ebenso brauchen einkommensschwache Familien jetzt schnelle Hilfe bei der Finanzierung von Computern für Schüler*innen. Seit dem 16. März ist der Unterricht an Schulen eingestellt worden und muss nach den aktuellen Beschlüssen der Bundesregierung per E-Learning auch nach den Osterferien weitergeführt werden. Da die Schulen die dafür notwendigen Geräte nicht bereitstellen, bleiben die Familien auf sich selbst gestellt. Die Gefahr besteht, dass Bildungschancen für Kinder aus einkommensschwachen Familien durch die Coronakrise noch mehr sinken.
Helmut Eigen, ebenfalls vom Koordinierungskreis, meint dazu „Wenn es innerhalb weniger Tage möglich war und ist, Schutzpakete selbst für so ‚benachteiligte‘ Bevölkerungsgruppen wie die deutschen Zahnärzte zu schnüren, wäre es menschlich und sozial geboten, auch den Einkommensschwächsten in unserer Gesellschaft mehr als nur warme Worte anzubieten.“
Das „Bündnis Sozialticket NRW“ hat sich Anfang 2018 gegründet und verfolgt das Ziel Mobilität für einkommensschwache Menschen zu ermöglichen.
Helmut Eigen aus Dortmund und Klaus Kubernus-Perscheid aus Wesel gehören dem Koordinierungskreis des Bündnisses Sozialticket NRW an.

Zum Bündnis Sozialticket NRW gehören viele Initiativen und Organisationen wie das Sozialbündnis Krefeld, das Sozialforum Dortmund, die Initiative Aktiv gegen Armut Schwelm, die Initiative für ein Sozialticket in Düsseldorf, die attac Regionalgruppe Niederrhein, die Elterninitiative für akzeptierende Drogenarbeit Wuppertal, das Arbeitslosenzentrum Dortmund, der Verein Erwerbslose helfen Erwerbslosen e.V. und der Erwerbslosen- und Sozialhilfeverein Tacheles e.V. Hinzu kommen Kommunalvertreter/innen verschiedener Parteien und zahlreiche Einzelpersonen. Das Bündnis kooperiert mit dem Arbeitsausschuss Armut und Sozialberichterstattung der Freien Wohlfahrtspflege NRW und dem Paritätischen Wohlfahrtsverband NRW.
*****
Hintergrundinformationen:
• Tacheles e.V.: Vorschläge zum Umgang mit der Corona-Krise für einkommensschwache Haushalte
https://tacheles-sozialhilfe.de/startseite/aktuelles/…/2626/
• Tacheles-Kampagne: Schulcomputer sofort!
https://tacheles-sozialhilfe.de/startseite/aktuelles/…/2634/

 

Für ein Sozialticket, das seinen Namen verdient!
Kokreis am 21.01.2022 um 17:10 (UTC)
 Seit Jahren erleben wir eine wachsende Spaltung unserer Gesellschaft in Arm und Reich.
Das Beispiel Mobilität zeigt die Auswirkungen dieser Entwicklung sehr deutlich.
Während die meisten Menschen in unserem Land mit einem günstigen Flugtickets
um die halbe Welt reisen können, haben arme Menschen häufig bereits Schwierigkeiten,
auch nur die örtlichen öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen.

Denn trotz der Bezuschussung durch das Land NRW entfernt sich der Preis der sog.
Sozialtickets immer weiter von der Bedarfslage derer, für die das Angebot eigentlich
gedacht ist. Heute kosten die „Sozialtickets“ fast überall an die 40 Euro im Monat,
mithin deutlich mehr, als in den gesetzlichen Regelsätzen für die Nutzung öffentlicher
Verkehrsmittel vorgesehen ist. Um diesen Missstand zu beenden, müssen die
Landesmittel auf mindesten 80 Millionen Euro im Jahr aufgestockt werden.

Die Möglichkeit, Busse und Bahnen zu nutzen, ist eine wichtige Voraussetzung dafür,
soziale Kontakte aufrecht zu halten und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
Zugang zu einer umweltschonender Mobilität für alle Menschen muss eine
Selbstverständlichkeit werden.

Fakten:
In NRW sind 2,1 Mio. Menschen für ihren Unterhalt ganz oder zumindest teilweise auf
Leistungen aus den gesetzlichen Mindestsicherungssystemen angewiesen.
- Im Harz IV Regelsatz sind 28,39 € im Monat für Fahrten mit dem ÖPNV vorgesehen.
Asylbewerberleistungen liegen 15
arunter. Im VRR kostet das sogenannte „Sozialticket" 38,65 €.
Es fehlen 10,26 € im Monat!
- Neben den hohen Kosten für das Ticket kommt hinzu, dass die Reichweite des Tickets nicht
ausreicht. So kommen arme Menschen mit einem teuren „Sozialticket" nicht über ihren Landkreis
oder Stadt hinaus. Verwandte und Freunde bleiben unerreichbar!
- Die Preisentwicklung für das sogenannte „Sozialticket“ ist asozial! Bei der Einführung Ende
2011 kostete es 29,90 €. Das sind knapp 30n 7 Jahren.
 

Mehr Landesmittel für das Sozialticket!
KoKreis am 21.01.2022 um 17:05 (UTC)
 
Kurz vor der Verabschiedung des Haushaltes fordert das Bündnis Sozialticket NRW die nordrheinwestfälische Landesregierung auf, die Landesmittel für das Sozialticket von 40 auf mindestens 80 Millionen € zu erhöhen. Das Bündnis hatte in den letzten Wochen bei Straßenaktionen u.a. in Dortmund, Düsseldorf, Duisburg und Wesel 3255 Unterschriften unter einem Appell gesammelt, die jetzt der Landesregierung übergeben wurden.
Ausgangspunkt der Forderung sind die hohen Preise für das Sozialticket, die von den verschiedenen Verkehrsverbünden in NRW gefordert werden. Denn trotz der Bezuschussung durch das Land NRW entfernt sich der Preis immer weiter von der Bedarfslage derer, für die das Angebot eigentlich gedacht ist. Heute kosten die „Sozialtickets“ fast überall an die 40 Euro im Monat. Also deutlich mehr, als in den gesetzlichen Harz IV – Regelsätzen für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel vorgesehen sind. So sind derzeit im Regelsatz 28,39 € im Monat für Fahrten mit dem ÖPNV vorgesehen. Im Verkehrsverbund Rhein Ruhr (VRR) kostet das sogenannte „Sozialticket“ 38,65 €. Die betroffenen Menschen müssen also den Differenzbetrag von 10,26 € an anderen Stellen wie Ernährung oder Kleidung abzwacken. Bei anderen Gruppen, die auf staatliche Hilfe angewiesen sind, wie z. B. Asylbewerber*innen fällt die Differenz noch drastischer aus. „Der Preis ist schon jetzt viel zu hoch und die Preiserhöhung zu Beginn des nächsten Jahres greift den Ärmsten noch mehr in die Tasche“ meint Klaus Kubernus-Perscheid vom Koordinierungskreis des Bündnisses.
Darüber hinaus kritisiert das Bündnis die Rahmenbedingungen des Sozialtickets. Das bisher angebotene Ticket kann nur innerhalb eines Landkreises genutzt werden. So bleiben Verwandte und Freunde, die außerhalb des Kreises wohnen, für arme Menschen unerreichbar.
Für das Bündnis ist die Möglichkeit, Busse und Bahnen zu nutzen, eine wichtige Voraussetzung dafür,
soziale Kontakte aufrecht zu halten und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Zugang zu einer umweltschonenden Mobilität für alle Menschen muss eine Selbstverständlichkeit werden.
Das „Bündnis Sozialticket NRW“ hat sich Ende Januar 2018 in Wuppertal mit dem Ziel gegründet, Kürzungen der Landeszuschüsse zu verhindern und für eine Verbesserung der Sozialticket-Angebote in NRW zu kämpfen, damit das Sozialticket auch wirklich von möglichst vielen Menschen genutzt werden kann. Das Bündnis wird von zahlreichen Menschen aus unterschiedlichen Organisationen wie Wohlfahrtsverbände, Bürgerinitiativen und politischen Parteien getragen.
 

Bündnis Sozialticket NRW lehnt neue Preiserhöhungen beim VRR ab
Kokreis am 21.01.2022 um 17:00 (UTC)
 
VRR greift den Ärmsten an Rhein und Ruhr schon wieder in die Tasche

Es war zu befürchten: Die Tickets für Bus und Bahn werden zum 1. Januar erneut teurer. Um 1,8 Prozent. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) hat am heutigen Donnerstag (26. September) die Erhöhung der Fahrpreise zur Jahreswende beschlossen. Wie wir hören, wurde die Preiserhöhung von CDU, SPD und Grünen einvernehmlich abgesegnet.

Teurer werden soll demnach auch das Sozialticket, das seinen Namen eigentlich schon lange nicht mehr verdient. Die siebte Preiserhöhung innerhalb von 8 Jahren!

Schon heute zahlen Menschen im Hartz IV-Bezug (SGB II), in Grundsicherung oder mit anderweitigem Mini-Einkommen stolze 38,65 Euro für ein Sozialticket. Ab 2020 steigt dieser Preis um weitere 1,8 Prozent, auf dann 39,35 Euro. Zum Vergleich: Nur 28,39 Euro monatlich wird Hartz IV-Beziehern im Rahmen des Regelsatzes für Fahrten mit dem öffentlichen Nahverkehr zugestanden. Die Folge: Immer weniger arme Menschen können sich ein Sozialticket zu diesem Preis leisten. Zuletzt kauften im VRR nur noch 10,8 Prozent aller Anspruchsberechtigten ein Sozialticket. Vor zwei Jahren waren es immerhin noch 12,3 Prozent.

„Grade in Zeiten der Klimakrise, in der die Menschen immer wieder aufgefordert werden, vom Auto auf den öffentlichen Nahverkehr umzusteigen, ist das ein völlig falsches Signal“, ist Heiko Holtgrave vom Bündnis Sozialticket NRW überzeugt. „Eine Erhöhung der Fahrpreise passt nicht mehr in die Zeit. Das gilt auch für die normalen Tickets. Natürlich müssen Qualität und Umweltverträglichkeit des ÖPNV ständig verbessert werden. Und das kostet Geld. Aber dieses Geld kann nicht immer von den Nutzern und Nutzerinnen kommen – deren Zahlungsbereitschaft ist erschöpft. Hier sind Land und Bund noch stärker gefordert.“




Neben den hohen Kosten für das Ticket kommt hinzu, dass die Reichweite des VRR-Sozialtickets nach den Erfahrungen des Bündnisses absolut unzureichend ist. Heiko Holtgrave: „Das Sozialticket gilt nur in der eigenen Stadt oder im eigenen Landkreis. Für Besuche bei Freunden oder Verwandten in der Nachbarstadt oder auch nur für Bewerbungsgespräche dort müssen die Betroffenen jedes Mal noch drauf zahlen.“
 

<-Zurück

 1 

Weiter->

Diese Webseite wurde kostenlos mit Homepage-Baukasten.de erstellt. Willst du auch eine eigene Webseite?
Gratis anmelden